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Gestatten, 30march

Exakt heute vor sieben Monaten, am 30. März, war mein Geburtstag. An diesem Tag habe ich nicht nur mit der Familie gebührend gefeiert, sondern auch meine eigene Marke zum Leben erweckt.

Heute zeige ich dir, was hinter 30march steckt. Wofür steht diese Brand, was habe ich noch damit vor und mit wem habe ich das Markenbild entwickelt? Lies mehr über die Entstehungsgeschichte in diesem besonderen Jahr 2020 und schau dir Logo-Anwendungen und Bilder an. Dazu gibt es ein kurzes Interview zum bisherigen Gestaltungsprozess mit der verantwortlichen Designerin.


Fragst du dich nicht auch manchmal, was hinter der Faszination von Marken steckt? Zum Beispiel Ferrari: Ich schreibe das Wort hin, und sofort drängen sich die Farbe Rot und ein Gefühl von Luxus auf. Ich habe Bilder von italienischen Landschaften im Kopf und sogar Motorengeräusche im Ohr. Oder Apple: Schlichtheit, viel Weißraum, Minimalismus. Ein angebissener Apfel, der weltweit sofort wiedererkannt wird. Think different. Eigentlich ganz einfach… oder doch nicht?!

30march [thur·tee maartsch] ist meine persönliche Marke. Sie steht für Lifestyle und Mindset, ist ständig „work in progress“ und will dir (vorerst) nichts verkaufen. Sie beschreibt mich in den 3 Segmenten work, life & balance – Berufliches, Privates und dem Ausgleich dazwischen.

Meine eigene Marke, warum?

Ich dachte mir, bevor ich lange recherchiere, auf andere schaue oder groß herum philosophiere, warum probiere ich es nicht einfach selber aus? Zuerst zur Wahl des Markennamens, diese fiel mir relativ leicht bzw. in einem bestimmten Moment wohl einfach in den Schoß. Kurz, einprägsam, noch relativ unbesetzt sollte der Name sein. Als Online-Veteran lag es mir darüber hinaus besonders am Herzen, eine freie .com-Domain dafür zu finden.

Meine eigene Marke, warum denn nicht?

Jetzt könntest du dich beim Blick auf den MacBook-Sticker fragen, warum dort ein Logo mit Hinweis auf mein Sternzeichen zu sehen ist? Oder auch, warum ich denn meinen Geburtstag auf einen Hoodie, eine Kaffeetasse oder ein T-Shirt drucken lasse? Ok, dann hier meine Gegenfrage: Warum steht der Name von fremden Männern auf deiner Unterwäsche? Hugo, Bruno, Giorgio… Und weiß vielleicht jemand, wo sich Victoria’s Geheimnis die ganze Zeit verbirgt? ;)

Ich habe die Markenwerte für 30march mit jenen Eigenschaften definiert, die mich als Person und damit verbunden mein Geburts-Sternzeichen Widder ausmachen. Sie soll vorwärtsgerichtet und positiv sein. Zum Beispiel steht sie für Strebsamkeit und Zielstrebigkeit sowie für Neubeginn und Aufbruch (März/Frühling).

Don’t think outside the box, create a new one.

Thomas Sommeregger, 30march

Nach ein paar Monaten erwacht 30march immer mehr zum Leben, es ist aber (noch) keine Firma, sie produziert und verkauft (noch) nichts. Ich finde einfach Gefallen daran, etwas für mich zu haben und in meinem Familien- und Freundeskreis teilen zu können. Ein Sticker da, ein Logo dort, meine eigene Kaffeetasse und ein paar Postkarten mit Sprüchen, Gedanken und Leitmotiven, die mir wichtig sind.

Schließlich geht’s mir auch darum, die heutige (Marken- und Marketing-)Welt besser zu verstehen. Die Auseinandersetzung mit der Disziplin Markenbildung hilft mir ja nicht nur persönlich, sondern auch in der Zusammenarbeit mit Kunden. In der Vermarktung sollte doch jeder zuerst wissen und klar sagen können, wofür eine Marke steht, bevor Produkte, Leistungen und später Kampagnen – egal ob herkömmlich, cross-medial oder rein digital – geplant werden.

Learning by doing

Neben den vorliegenden Designs, Logovarianten und Markenanwendungen in der Praxis, die du hier im Artikel sehen kannst, ist es mir auch noch wichtig, den Prozess bis hierher nicht nur aus meiner Sicht zu schildern. Deshalb findest du jetzt noch drei Antworten der Designerin, die mir dabei geholfen hat, 30march zum Leben zu erwecken und zu dem zu machen, was es bis heute ist. Viel Spaß beim folgenden Interview.

30march Icon b/w

Branding & Design mit Paula Kirnbauer

Gemeinsam mit der Salzburger Designerin Paula Kirnbauer habe ich mich am Jahresanfang an einen Tisch gesetzt. Wir haben über meine Ideen, Pläne und Vorhaben zu 30march gesprochen, mehr über Markenwerte und Eigenschaften, weniger über visuelle Vorgaben.

Auf diese Weise konnte Paula sehr frei arbeiten und am sprichwörtlich leeren Blatt Papier starten. Welche Vorteile und gleichzeitig Herausforderungen ein solches Projekt hat, dazu habe ich sie kurz befragt.

Der 30march Designprozess in Abstimmung mit Designerin und Art Directorin Paula Kirnbauer
Der 30march Designprozess in Abstimmung mit Designerin und Art Directorin Paula Kirnbauer

Thomas: Was war für dich das Einfachste am Marken- und Designprojekt für 30march?

Paula: Dass eine Grundidee des Logos vorhanden war. Nämlich dein Sternzeichen, das Widder-Symbol irgendwie zu integrieren.Ich wusste also, welches „Problem“ es zu lösen gibt. Gleichzeitig hast du mir ein Bild davon gegeben, was du beruflich machst. Die Tatsache, dass du eine Person bist, die sehr stark digital geprägt ist, hat es für mich als Gestalterin auch einfacher gemacht und lies mich gewisse Entscheidungen schneller fällen.

Thomas: Alles klar, und was war das Schwierigste?

Paula: Dass es noch unklar war, wo die Reise der Brand 30march hingeht hat es mir etwas schwerer gemacht als zuerst gedacht.

Normalerweise ist der Rahmen klarer. Wenn man z.B. ein Corporate Design für ein nettes kleines Café in der Stadt entwickelt oder Packaging Design für italienische Gewürze – da kann man sich recht schnell vorstellen, wie es sich anfühlen soll und es gibt mehr „Rahmen“ oder Vorgaben. Es war in unserem Fall spannend aber gleichzeitig schwer diesen beschriebenen Rahmen kaum zu haben. Vielleicht hattest du beim Briefing auch schon ein Feeling im Kopf, das man schwer ausformulieren oder ausdrücken kann. Deshalb fand ich es wichtig, dir mehrere unterschiedliche Ansätze zu zeigen und dann einen gemeinsamen Weg einzuschlagen.

Thomas: Kannst du noch ein Highlight aus dem Prozess hervorheben, was hast du gelernt und „mitgenommen“?

Paula: Da die schwierigsten Dinge oft die lehrreichsten sind und die lehrreichsten Dinge meist die schwierigsten: Eindeutig die Tatsache mit dem nicht vorgegebenen Rahmen und damit einhergehend der Herausforderung, dass weder Aufgabe noch ein „Produkt“ deiner neuen Marke klar ausformuliert waren. Also einfach etwas zu gestalten, von dem der spätere Weg offen war, das war für mich sehr sehr spannend!

Ich nehme mir mit: Einfach mal machen. Oft schränkt man sich im Gestaltungsprozess sehr stark ein, wenn (zu) vieles von Anfang an durchdacht und vorgegeben ist. Kinder können noch einen Zettel & Stift nehmen und einfach drauflos kritzeln – wir Erwachsenen haben sowas verlernt.

Einfach machen, einfach drauflos arbeiten. Hier haben Kinder uns Erwachsenen etwas voraus.

Paula Kirnbauer über einen etwas anderen Gestaltungsprozess

Natürlich hab ich bei dem Projekt nicht einfach drauflos gekritzelt, aber ich war viel freier als sonst, was ungewohnt war, und gleichzeitig schön. So sehr ich Idee & Konzept liebe, sollte man als Gestalter, sozusagen als Gegenpol dazu einfach öfter drauf los gestalten. Wenn man mal die Zeit hat, sich zu üben im freien Gestalten, nicht zwingend auf Kundenprojekte bezogen, sondern eher auf kleine persönliche Projekte. Bei 30march waren auf gewisse Weise beide Aspekte vorhanden, das war super!

Sonst verlernen wir das irgendwann und ich glaube diese Balance ist wichtig. Als Designer liefert man meistens schnelle Ergebnisse, die zu einem definierten Ziel führen (müssen). Was passiert also, wenn wir mal viel Zeit haben und kein Ziel?

Thomas: Vielen Dank liebe Paula für das Gespräch und die großartige Zusammenarbeit bis hierher!

30march Icon b/w

Und jetzt?

Folge 30march auf Instagram https://www.instagram.com/30mar.ch/ und im Web: https://30march.com (Work in progress)

Bleib weiter gespannt,

Signature Thomas

Design und Art Direction in Salzburg, alle Fotos in diesem Beitrag: Paula Kirnbauer / Model: Tabea Marie

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